Zukunftsperspektiven zum World Tourism Day
Schon seit 1980 wird auf Initiative der Vereinten Nationen immer am 27. September der World Tourism Day ausgerufen. Er erinnert an die Anfänge der heutigen Organisation UN Tourism (zuvor UNWTO), die sich seit den 70ern mit internationaler touristischer Zusammenarbeit beschäftigt. In diesem Jahr im Mittelpunkt des Mottotags steht auch hier die technologische Entwicklung durch KI.

World Tourism Day – das klingt nach Fernweh, Gastfreundschaft, Flughafengewusel und Abenteuern. Nach einem Tag, an dem die Branche zu recht feiern kann, was sie in jahrelanger internationaler Zusammenarbeit erreicht hat, und an dem auch Reisende daran erinnert werden, dass die Freiheit, Vernetzung und touristische Möglichkeiten nicht immer selbstverständlich waren.
Der Tag steht auch symbolisch dafür, dass am 27. September 1970 die Statuten der damaligen UN World Tourism Organisation (UNWTO) verabschiedet worden sind. Heute greift er weiterhin jedes Jahr aktuelle politische Themen von besonderer Brisanz auf. Im letzten Jahr war es die Rolle von Nachhaltigkeit in der Branche, in diesem Jahr geht es um die Chancen und Herausforderungen von KI, die derzeit auch auf jeder Branchenveranstaltung zur Sprache kommen.
Einfluss in fast allen Lebensbereichen: KI ist Fokusthema beim WTD26
Teil des diesjährigen Themas ist wörtlich, dass die Technologien mit ihrer raschen Entwicklung dazu beitragen werden, das Reisen „neu zu gestalten“, auch weil die neuen Technologien in vielen Lebensbereichen ändern, wie wir Informationen erhalten, Entscheidungen treffen oder und mit anderen Menschen vernetzen. Dass diese neue Art von Erlebnis ausgerechnet auf Reisebüros nicht nur schlechte Auswirkungen hat, das sehen auch viele Reiseverkäuferinnen aus unserer Community so.
Um das so beobachten, lohnt etwa ein Blick in den Instagram-Feed unseres Partnerportals @trvlcounter, in dem wir immer einmal die Woche in der Rubrik „People“ Reiseverkäufer*innen und ihre Sicht auf ein besonderes Thema vorstellen. Da kann es um den Umgang mit Kund*innen gehen, um Fachfragen rund um Beratung und Social Media, oder eben auch um Fragen, die hin und wieder einen Ausblick in wichtige Themen der Branche werfen.
KI verändert das Reisen – aber nicht nur zum Schlechten
Dazu haben wir etwa vergangene Woche mit der Mobilen Reiseberaterin Miriam Hollstegge aus Kalkar in Nordrhein-Westfalen gesprochen, die davon ausgeht, dass KI auch in den kommenden Jahren noch deutliche Auswirkungen haben wird. Das habe aber auch einen positiven Effekt. So kämen die Kund*innen schon jetzt „deutlich informierter“ ins Reisebüro, was umso mehr dazu beitrage, dass zur Beratung Menschen mit echten Erfahrungen zur Stelle sind.
„Gerade weil man Informationen heute überall bekommt, wird der Mehrwert von Reisebüros langfristig darin liegen, dass wir Erfahrung und Know-how haben, die Informationen für die Kunden besser einzuordnen und sie mit Erfahrungswerten und besonderen Tipps zu versorgen“, so Hollstegges Einschätzung. Zudem kann KI auch mit Aufgaben im Alltag helfen und im Reisevertrieb die Aufgaben abnehmen, die der wichtigen Beratungsarbeit vielleicht sogar im Alltag hin und wieder im Weg gestanden haben.
Individualität im Vordergrund: "Hinter jeder Buchung steht eine Geschichte"
Was die KI ebenfalls nicht ersetzen kann, ist laut Bernadette Eigner aus Koblenz, die ebenfalls selbstständig als Reiseberaterin arbeitet, die Leidenschaft für Destinationen und Produkte im Besonderen und das Thema Reisen im Allgemeinen: „Hinter jeder Buchung steckt eine Geschichte – ob es nun die Hochzeitsreise ist, der erste Familienurlaub, ein Wiedersehen mit liebgewonnenen Menschen oder einfach nur der Traum, endlich mal die Welt zu entdecken“.
Auf diese Geschichten können Menschen im Reisebüro einfach viel besser reagieren als die KI, die die Buchungsinteressenten allenfalls mit generischen Informationen mit wenig individuellem Mehrwert versorgen. „Die Momente, die unseren Beruf besonders machen, sind genau die, wenn Menschen aus dem Urlaub kommen und sagen, dass es genauso schön oder sogar noch schöner war, als man es ihnen beim Beratungsgespräch beschrieben hat“. Und da wird die KI auch noch langfristig an ihre Grenzen stoßen, einfach weil das menschliche Miteinander und der richtige Instinkt für die Bedürfnisse der Kund*innen so schnell nicht zu ersetzen sind.
World Tourism Day in El Salvador zeigt Chancen und Einsatzbereiche
Solche Zukunftsaussichten werden auch beim Programm des World Tourism Day spannend, der auf der Website des Gremiums am Sonntag teilweise online übertragen werden. In den Veranstaltungen des Tages geht es um die Frage welche Rollen die KI etwa in der Promotion touristischer Produkte übernehmen kann, und wie Menschen künftig auch in die Zusammenarbeit mit der KI eingeführt werden müssen, um ihre Chancen und Limitationen besser zu verstehen.
Die Live-Veranstaltung findet diesem Jahr in El Salvador statt und bringt dafür etliche Branchenprofis aus vielen Winkeln der Welt zusammen. Ziel des World Tourism Day ist es, weltweit ein Bewusstsein dafür zu schaffen, welchen Stellenwert der Tourismus für soziale, kulturelle, politische und wirtschaftliche Werte hat. Der Tag soll zeigen, wie eng Reisen mit Themen wie Völkerverständigung, wirtschaftlicher Entwicklung, Arbeitsplätzen oder auch Umweltschutz verknüpft ist – je nach Jahresmotto mit unterschiedlichem Schwerpunkt. In der Vergangenheit ging es etwa um nachhaltige Transformation, Frieden oder grüne Investitionen.



